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>> Die Dinos

Die multinationalen Konzerne Nestlé (Bonzo, Felix, Friskies, Matzinger, Latz, Pro Plan), Procter & Gamble (Iams, Eukanuba), Colgate-Palmolive (Hill’s Science Diet), Heinz (Recipe)) und insbesondere Mars mit den Tochterge- sellschaften Waltham, Effem und Masterfoods (Schappi, Pedigree Pal, Cesar, Loyal, Frolic) beherrschen den Multi-Milliarden-Dollar Weltmarkt für industrielles Hunde- und Katzenfutter und darin 90 Prozent des europäischen Marktes . Nach der Übernahme von Ralston Purina durch Nestlé und von Royal Canin durch Mars verfügen diese beiden Unternehmen am globalen Markt für Pet Food von rund 25 Milliarden Euro über einen Anteil von jeweils 25 Prozent. In Europa firmierte Mars-Waltham-Effem in Masterfoods um und ist in Deutschland Marktführer mit einem Marktanteil von allerdings nur noch weniger als 50 Prozent gegenüber dem früheren Anteil von 70 – 75 Prozent bei einem Markt von 2 Milliarden Euro.

Diese Firmen verfügen auch über nahezu unbegrenzte Mittel für die Werbung. In den westlichen Ländern stehen jährlich um- und zusammengerechnet über 5 Milliarden Euro = 5.000 Millionen in den Werbeetats für die Pet Food-Werbung zur Verfügung. Allein in der Bundesrepublik setzt der Mars-Konzern mit Walt-ham- Effem-Masterfoods nahezu ¼ Milliarde = 250 Millionen Euro jährlich zur Pflege der öffentlichen und nicht öffentlichen Landschaft ein. Die Gelder werden zunächst für Plakat- und Anzeigenwerbung, für Fernsehspots sowie für die bezahlten Public Relations Artikel in Zeitungen und Zeitschriften eingesetzt. Die kynologische Yellow Press ist vollkommen in der Hand der Pet Food-Industrie und kann und darf nur das veröffentlichen, was im Interesse ihrer Auftraggeber liegt. Kynologische Vereine und Verbände mit ihren Funktionären genießen erhebliche finanzielle Zuwendungen. Der Verband für das Deutsche Hunde-wesen (VDH) und der Verein für Deutsche Schäferhunde (SV) und deren Vorstandsmitglieder sind jährlich Nutznießer in Millionenhöhe und damit allein aufgrund der Zuwendungen von Waltham-Effem-Master-foods völlig abhängig und korrupt geworden. Erhebliche Zuwendungen in Geld- und Geldeswert gehen jährlich auch an die auf dem Gebiet der Hunde- und Katzennahrung tätigen Ernährungswissenschaftler.

Während alle diese Gelder gezahlt werden, um Personen und Stimmen zu kaufen, fließen Schweigegel-der an die Parteien und Institutionen sowie an die Justiz und Verwaltung.

Nestlé

Der Nestlé-Konzern mit Sitz in Vevey in der Schweiz ist nach der Fusion von Unilever und Bestfoods zum größ-ten Nahrungsmittel-Konzern der Welt mit einem Umsatz von rund 57 Milliarden Euro jährlich zwar nur noch die Nr. 2 mit rund 50 Milliarden Euro, rückte aber durch die Akquisition von Ralston Purina im Jahr 2001 für insge-samt 10 Milliarden Euro und von etwa 2,7 Mrd Euro Umsatz auch auf den zweiten Platz im Pet Food-Bereich hinter dem Weltmarktführer Mars-Waltham-Effem-Masterfoods vor. Zuvor hatte Nestlé die Marke Spillers mit ei-nem Umsatz von rund 1 Mrd Euro für umgerechnet 1 Mrd Euro erworben.


Mars

Dagegen nimmt sich der Nahrungsmittel- und Süßwaren-Konzern Mars aus Mac Lean, Virginia/USA als Fami-lienbetrieb mit seinen 30.000 Beschäftigten und 15 Milliarden Euro Umsatz jährlich zunächst eher klein und be-scheiden aus. Auf Grund seiner Maxime, mit Produkten aus den billigsten Rohstoffen stets die höchsten Preise und Netto-Renditen zu erzielen, konnte der Firmengründer mit seinen beiden Söhnen und seiner Tochter ein Pri-vatvermögen von umgerechnet mehr als 20 Milliarden Euro anhäufen und zu einer der reichsten Familien der USA werden.

Forrest Mars wurde zunächst der Erfinder des Schokoriegels (M& Ms, Milky Way, Snickers u. a.) und alsdann »Category Leader« bzw. Impulsgeber für Hunde- und Katzennahrung. Er betrieb in den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts die Innovation des Marktes für industrielles Fertigfutter und beeinflusste maßgeblich die jüngste Entwicklung.

Seine Initialen F. M. – phonetisch effem – bildeten den Firmennamen für den heute weltweit größten und bedeu-tendsten Hersteller von Heimtiernahrung. Die Firma Effem, die sich auch nach ihrer Versuchsstation in England Waltham nennt, besitzt in den westlichen Ländern eine dominierende Stellung.

F. M . war vor dem 2. Weltkrieg einige Zeit beruflich in Großbritannien tätig gewesen und errichtete aufgrund ei-ner Vorliebe für dieses Land in den 70er Jahren auf einem von ihm erworbenen Gut in Leicestershire etwa 150 Kilometer von London das »Waltham Centre for Pet Care and Nutrition«. Daraus entwickelte sich die »Weltau-torität für Heimtierhaltung- und Ernährung«.

Auf diesem Grundbesitz entstand ein umfangreicher Gebäudekomplex, der die Forschungsabteilung und Ver-suchsstation von Mars-Waltham-Effem-Masterfoods mit einigen Dutzend Wissenschaftlern und Pflegern sowie mehreren Hundert Versuchstieren verschiedener Species, jedoch vorwiegend Hunden und Katzen beherbergt.

Waltham-Effem-Masterfoods verstand es geschickter und besser wie jedes andere Unternehmen auf diesem Sektor, Wissenschaft und Kommerz zu vequicken und seine spottbillig hergestellten Produkte als Dienstleis-tungen nach dem angeblich neuesten Stand der Tiermedizin teuer zu verkaufen.

Im Gegensatz zu den vom ihm gefütterten Hunden blieb Forrest Mars sein Leben lang kerngesund und erreichte ein hohes Alter. Als er im Jahre 1999 mit 96 Jahren starb, setzte der Familienbetrieb Mars-Waltham-Effem-Mas-terfoods weltweit umgerechnet über 7 Milliarden Euro allein an Hunde- und Katzenfutter um. Waltham-Effem war in Deutschland über Jahre Martkführer mit einem Marktanteil von mehr als 70 Prozent bei einem Markt von rund 2 Milliarden Euro und liegt derzeit nach dramatischen Veränderungen des Konsum- und Verbraucherverhaltens der Hundebesitzer deutlich unter 50 Prozent.

Bereits im Jahr 1997 musste Waltham/Effem nach Erscheinen des Kompendiums »Der Dreißigjährige Krieg 1966-1996« Umsatzeinbußen von 5 Prozent hinnehmen. Zahlreiche Hunde wurden nämlich fortan nicht mehr mit deren Billigprodukten ernährt, sondern mit den im Einzelhandel angebotenen Premiumprodukten von Royal Canin und kleinen alternativen Marken. Zu jenem Zeitpunkt kam in direktem Zusammenhang der Publikationen von Torel/Kammerer auch die neue Marke Marengo als naturbelassenes Futter heraus und gut ins Geschäft. Gleichzeitig fanden Besitzer und Hunde Geschmack an Frischkost und die BARF-Methode zahlreiche Anhän-ger.

Im Zuge der ersichtlichen Änderung des Konsum- und Verbraucherverhaltens der Hundebesitzer und irritiert von dem Erwerb von Ralston Purina durch Nestlé, firmierte Mars-Waltham-Effem in Masterfoods um und erwarb im Juli 2001 den französischen Hersteller Royal Canin mit einem Umsatz von rund 425 Millionen Euro zu einem Gesamtkaufpreis von mehr als 1,5 Milliarden Euro. Mars-Waltham-Effem-Masterfoods wollte damit ebenfalls in den Bereich des Premium-Futters und die Regale des Einzel- und Fachhandels eindringen, die rückläufigen Marktanteile zurückgewinnen und die Position als Category Leader behaupten.

Nach weiteren Umsatzeinbußen und einem Rückgang des Marktanteils auf etwa 60 Prozent musste der langjährige Effem-Geschäftsführer Rainer Camphausen nach einer Betriebszugehörigkeit von über 25 Jahren zum 31.12.2001 seinen Hut nehmen. Effem verlor nämlich in 5 Jahren etwa 500.000 Hunde als Stammkunden, mehr als 500 Millonen DM Umsatz und über 100 Millionen DM Bruttogewinn.

An seine Stelle trat Michael Müller, der vor der Fusion Unilever/Bestfoods als Vertriebsmanager bei Bestfoods Knorr-Suppen und andere Fast Food-Gerichte auf den Markt gebracht und vertrieben hatte und nach der Über-nahme von Unilever nicht für ausreichend gut befunden und gehalten wurde. Der nunmehrige Weltmarktführer im Human Food-Bereich hätte nämlich nach den Gepflogenheiten der Industrie einen guten Manager nicht abge-schoben oder laufen lassen.


Neuer Masterfoods-Chef Michael Müller zusammen mit Sprecherin Margrit Kolbe-Hopp. Foto: M. Vedder


Michael Müller will nunmehr nach seinem eigenen Bekunden auf der Frischkost-Welle mitschwimmen und nach weiteren Investitionen in Verden im Herbst 2002 mit neuen Produkten für den Hund auf den Markt kommen, wo-bei es sich um Fertiggerichte in Frischhaltebeuteln handeln dürfte. Der Uncle Ben’s Reis von Mars kommt auch schon von der Hundefutterfabrik in Verden in die Regale der Supermärkte.

Im Jahre 1997 brachte Effem mit dem veterinärmedizinischen Fachbuch »Das WALTHAM Buch der KLINISCHEN DIÄTETIK von Hund und Katze« die wohl geschickteste wissenschaftliche Fälschung he-raus, die je geschrieben wurde und die allenfalls noch durch die inzwischen installierten Internetsei-ten von Waltham unter www.vetdiet.com übertroffen wird.

Im Großformat von 21x30 cm erwecken 33 namhafte Wissenschaftler aus den USA, Kanada, Großbritannien und der Bundesrepublik auf über 500 Seiten in unübertrefflicher Didaktik die Illusion, dass es sich bei Waltham in der Tat um die »Weltautorität für Heimtierhaltung und Ernährung« und bei den Produkten von Effem um das Nonplusultra der Ernährung des Hundes handelt. Die vorgegaukelte hohe Wissenschaft und die Produktrealität klaffen zwar weit auseinander, werden aber auf raffinierte Weise miteinander verwoben, sodass beim Leser ein äußerst positives Image des Unternehmens mitsamt seinen Produkten entsteht.

Über die phytoöstrogenhaltigen Fleischimitate aus Soja, die Verwendung von Fleisch- und Tiermehlen sowie die zahlreichen Schwierigkeiten mit den Effem-Produkten in der zurückliegenden Zeit verloren diese Autoren zwangs- läufig kein einziges Wort.

Mars-Waltham-Effem-Masterfoods etablierte sich auch mehrfach im Internet (vgl. auch www.waltham.com) und erwarb von AOL für einen ungenannten Preis deren Heimtierseiten unter www.mypetstop.com.

Unter der Domain www.vetdiet.com bietet Masterfoods den Tierärzten in Europa seine Diätprodukte in ebenfalls unübertrefflicher Didaktik und exquisiter, werbepsychologischer Graphik an.

Mit 14 Lapidarprodukten aus billiger Herstellung will Waltham nahezu alle Erkrankungen des Hundes mehr oder weniger diätetisch behandeln, wobei der überwiegende Teil dieser Erkrankungen überhaupt erst durch die Stan-dardprodukte Schappi, Pedigree Pal, Advance, Loyal und Frolic verursacht worden sein dürfte. Mars-Waltham-Effem-Masterfoods schaffte sich mithin innovativ selbst den Markt für die neuen Produkte und liefert der umwor-benen und beeinflussten Tierärzteschaft auch gleich die Patienten mit.

Wenn die Ernährungswissenschaftler in den Diensten von Mars Waltham-Effem-Masterfoods: Die Pro-fessoren und Professorinnen Christine Iben, Ellen Kienzle, Helmut Meyer und Jürgen Zentek auf Kos-ten des Unternehmens um die Welt fliegen und der gewöhnliche Tierarzt mittels einer Gold Card in einem Leihsportwagen über das Wochenende nach Wien, Mailand oder Paris reisen darf, fällt es den »Nieten im weißen Kittel« nicht schwer, Diätprodukte mit einem Tagessatz bis zu 16,89 Euro und hö-her an den Mann, die Frau und den Hund zu bringen.

In der Welt wurde das Wasser in den Dosen bislang nicht teurer erworben und auch für Beta-Carotin, Vitamin C und E sowie Lutein und Taurin dürfte dies ein absoluter Spitzenpreis sein. Es entbehrt nicht einer Ironie des Ge-schicks, dass hier zu einem Zeitpunkt für den Zusatz von synthetischem Beta-Carotin geworben wird, als die Verbraucherministerin Renate Künast diese Substanz wegen ihres Krebsrisikos in Lebensmitteln reduzieren will.


>> Weitere Dinos

Procter & Gamble aus Cincinnati in den USA ist der Welt größter Konsumgüterhersteller mit Mar-ken, die gleich mehrfach in jedem Haushalt stehen. P&G erwarb mit seiner größten Aquisition im August 1999 die Iams Company in Dayton/Ohio für 2, 3 Milliarden Dollar. Iams lag mit Eukanuba und anderen Marken damals bei einem globalen Umsatz von 800 Millionen Dollar auf dem vierten Platz in der Weltrangliste.

Die ebenfalls amerikanischen Konkurrenten Colgate-Palmolive mit der Marke Hill’s und Heinz mit Recipe lagen gleich dahinter. In der zurückliegenden Zeit eiferte Hill’s Waltham/Effem nach und ließ einen warmen Goldregen über Behörden, Institutionen und die Tierärzteschaft nieder.

Der spanische Agrolimen-Mischkonzern schob sich in diesem Jahr in Europa schlagartig hinter Masterfoods und Nestlé auf den dritten Platz vor. Das Bundeskartellamt bewilligte den Spaniern die Übernahme der Masterfoods-Marken Advance und Brekkies sowie des Royal Canin- Hundetrocken-futters Premium und anderer Marken, von denen sich Masterfoods und Royal Canin aufgrund ihrer Fusion und in Anbetracht ihrer marktbeherrschenden Stellung trennen mussten. Hierzulande wird der Vertrieb zunächst noch über die bisherigen Hersteller abgewickelt. Es wird jedoch ein eigenes Ver-triebsnetz aufgebaut.

In der Bundesrepublik schob sich die Stockmeyer-Gruppe mit ihrer Tochtergesellschaft Saturn Pet Food GmbH in Bremen in letzter Zeit in den Vordergrund. Hierbei handelt es sich um einen der großen Fleisch-, Wurst- und Feinkosthersteller in der Bundesrepublik, der über seine eigene Marke Animonda und über mehrere Eigenmarken von Hard-Discountern wie Aldi jährlich über 150 Millionen Euro an Pet Food umsetzt.

Auch das Flockenwerk Peter Kölln in Elmshorn ernährt nicht nur Zweibeiner, sondern mit Hun-den und Katzen auch Vierbeiner. Kölln produziert in Lohnkonfektion für verschiedene Firmen und Marken und erlangte auf diese Weise eine gewisse Bedeutung auf dem Markt.

Im Handel expandierte die Fressnapf Tiernahrungs GmbH aus Krefeld in eine beachtliche Po-sition. Die Gruppe betreibt in Deutschland über 400 Fachmärkte für Tiernahrung und in Österreich, der Schweiz, Luxemburg und den Niederlanden weitere 50 Niederlassungen. Fressnapf setzte nach Umsatzsteigerungen von zuletzt 26 Prozent im Jahr 2002 über 400 Mio. Euro um.

Bei dem Schweizer Chemie- und Pharma-Giganten Hoffmann-La Roche handelt es sich um einen weiteren Dino, der die für das Pet Food benötigten synthetischen Vitamine herstellt und liefert. Das Justizministerium der USA brummte ihm im Jahr 1999 als einem der »Vitamin-Verschwörer« wegen Kartellabsprachen Bußgelder von 500 Millionen Dollar auf.

Hoffmann-La Roche hatte den Kragen nicht voll bekommen können und zusammen mit anderen Her-stellern jahrelang Preisabsprachen getroffen und seine spottbillig hergestellten Vitamine zu exorbi-tanten Preisen auf höchstem Level verkauft, auch an die Pet Food-Industrie

Dr. Jürgen Seehawer, Marketing Manager von Hoffmann-La Roche für den Bereich »Animal Nutrion and Health«, war natürlich daran interessiert, auch in der Veterinärmedizin hohe Umsätze und Profite zu machen und manipulierte deshalb zu diesem Zweck mit Dr. Klaus Wiegand von Waltham-Effem und Professor Erich Kolb vom Veterinär-Physiologisch-Chemischen Institut der Universität Leipzig zahlreiche Vitamin-Publikationen mit hohen Bedarfsnormen.

 

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Version du 01.11.2006                                                                                                 Klaus Dieter Kammerer